Präventionskommunikation im Tourismus
- Mountain Rescue Technology
- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Warum Familien Sicherheit erwarten und wie Gastgeber sie sichtbar machen

Sicherheit gehört im Tourismus längst zum Alltag. Gleichzeitig zeigen Unfallstatistiken aus dem alpinen Raum seit Jahren ein differenziertes Bild: Während Sicherheitsstandards, Ausbildung und Technik stetig verbessert wurden, bleibt die Zahl der Unfälle im Freizeit- und Urlaubskontext hoch – nicht zuletzt, weil immer mehr Menschen die Berge nutzen, oft ohne vertiefte Erfahrung im alpinen Umfeld.
Diese Entwicklung ist kein Zeichen mangelnder Sicherheitsarbeit. Im Gegenteil: Sie macht sichtbar, wie komplex das Zusammenspiel aus Infrastruktur, Eigenverantwortung, Erfahrung und Orientierung geworden ist – insbesondere für Familien.
In Gesprächen mit Eltern zeigt sich dabei immer wieder dasselbe Muster: Sicherheit ist vorhanden – aber kaum sichtbar.
Gerade Familien, die mit Kindern in die Berge reisen, suchen Orientierung. Nicht in Form von Warnungen oder Verboten, sondern als Zeichen gelebter Verantwortung. Wo diese Zeichen fehlen, entsteht Unsicherheit – nicht wegen fehlender Maßnahmen, sondern weil deren Bedeutung für Gäste nicht erkennbar wird.
Familien entscheiden anders
Familien buchen heute nicht allein nach Preis oder Lage. Sie achten auf Zwischentöne:
Wie geht ein Betrieb mit Verantwortung um?
Wird Sicherheit verständlich vermittelt – auch für Kinder?
Spürt man, dass hier mitgedacht wird?
Diese Fragen werden selten direkt gestellt. Sie wirken im Hintergrund – und beeinflussen Entscheidungen zunehmend. Präventionskommunikation wird damit Teil des Markenbilds.
Prävention schafft Vertrauen – nicht Angst
Ein häufiger Vorbehalt lautet:„Wir wollen unsere Gäste nicht verunsichern.“
Doch gut gemachte Präventionskommunikation arbeitet nicht mit Angst. Sie ist:
ruhig statt alarmierend
verständlich statt technisch
kindgerecht statt belehrend
Gerade Kinder reagieren positiv auf klare, spielerische Erklärungen. Eltern wiederum schätzen Gastgeber, die Verantwortung selbstverständlich zeigen – ohne sie zu dramatisieren.
Sichtbarkeit entscheidet
Viele Betriebe leisten bereits solide Präventionsarbeit. Was oft fehlt, ist die Übersetzung nach außen.Sichtbarkeit bedeutet dabei nicht mehr Information, sondern die richtige Form:
ein kurzer Social-Media-Impuls für Familien
ein kleines, hochwertiges Printprodukt
eine ruhige Erklärung im Newsletter
ein Angebot, das Kinder aktiv einbindet
Es braucht keine Kampagnen. Es braucht klare, glaubwürdige Signale.
Warum kindgerechte Formate besonders wirksam sind
Kinder sind keine bloßen Mitreisenden. Sie prägen das Erlebnis und tragen Inhalte weiter. Formate, die sie ansprechen:
bleiben im Gedächtnis
schaffen Gesprächsanlässe in der Familie
entlasten Eltern
stärken das Sicherheitsbewusstsein langfristig
Gleichzeitig zeigen sie nach außen Haltung: Hier wird Verantwortung ernst genommen.
Prävention als Teil moderner Gastgeberkultur
Sicherheit sichtbar zu machen heißt nicht, Risiken zu betonen. Es heißt, Verantwortung klar zu kommunizieren. Betriebe, die diesen Weg gehen, profitieren mehrfach:
durch Vertrauen
durch Differenzierung
durch langfristige Bindung von Familien
Präventionskommunikation ist kein Trend. Sie ist Ausdruck einer zeitgemäßen, verantwortungsvollen Gastgeberkultur.
Ein Praxisbeispiel
Kindgerechte Präventionskommunikation lebt von Klarheit und Zurückhaltung.
Mit den Ella’s Abenteuer Sicherheitsbüchlein zeigen wir, wie komplexe Themen für Kinder verständlich, ruhig und alltagstauglich vermittelt werden können – ohne zu dramatisieren.
Die Büchlein lassen sich inhaltlich anpassen und im Rahmen von Destinationen, Skischulen oder Hotels einsetzen – etwa als Teil der Gästekommunikation oder als sichtbares Zeichen gelebter Verantwortung.
Sicherheitsmaßnahmen wirken erst dann, wenn sie wahrgenommen und verstanden werden.



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